Beschreibung
Ausführung und Montagemethode
Die Montage beginnt am Falz. Dieser muss sauber und trocken sein. Klötze und Lagerklötze bilden die physische Grundlage für die Positionierung innerhalb des Rahmens. Diese Kunststoffklötze nehmen nicht nur das Eigengewicht der Scheibe auf, sondern gewährleisten auch das notwendige Umfangsspiel, das thermische Ausdehnung und Schrumpfung ohne Spannungen im Glas ermöglicht, was bei großen Glasflächen, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, entscheidend ist.
Bei beweglichen Teilen ist die Position entscheidend. Eine diagonale Unterklotzung ist hier notwendig, um ein Absinken des Flügels zu verhindern. Die Scheibe hält das Fenster im rechten Winkel. Man bringt Glaskantenband am Falzrücken und an den Glasleisten an. Dies schafft den benötigten Raum für die spätere Dichtstofffuge. Dann folgt die mechanische Einfassung. Glasleisten fixieren das Paket. Diese werden üblicherweise im Falz des Rahmens genagelt oder verschraubt.
Die Abdichtung erfolgt nach der nassen oder der trockenen Methode. Bei der nassen Methode bildet eine elastische Dichtstofffuge die Barriere gegen Regen und Wind. Die trockene Verglasung verwendet vorgefertigte EPDM-Profile oder Gummidichtungen, die in die Profilierung gedrückt werden. Die Entwässerung bleibt ein kritischer Punkt. Spezielle Aussparungen oder Bohrlöcher in der unteren Schwelle führen eingedrungene Feuchtigkeit nach außen ab. Ohne diese Belüftung des Glasumfangs wird der Randverbund der Isolierscheibe angegriffen, mit Kondensation zwischen den Glasscheiben als Folge.
Dämmstufen und thermischer Aufbau
Mechanische Eigenschaften und Sicherheitsglas
Funktionale Varianten und Kunststoffalternativen
Praxissituationen und Anwendungen
Ein denkmalgeschütztes Gebäude mit zugigen Fenstern. Hier findet man oft Denkmalschutzglas. Extrem dünne Isolierscheiben, die genau in die schmalen, alten Falze passen, ohne das Fassadenbild zu beeinträchtigen. Das Glas wellt sich ein wenig, wie früher, aber die Kälte bleibt draußen. In einem modernen Büro mit einer enormen Glaswand nach Südwesten sieht man wieder etwas anderes: eine subtile, nahezu unsichtbare Beschichtung auf dem Glas. Diese Schicht reflektiert die Hitze, während das Licht einfach hereinfällt, sodass die Klimaanlage nicht auf voller Leistung brüllen muss, sobald die Sonne durchbricht.
Sporthallen erfordern physische Sicherheit. Dort findet man gehärtetes Glas in den unteren Teilen der Pfosten-Riegel-Fassaden. Ein harter Tritt oder ein verirrter Ball gegen eine Scheibe darf niemals in einer gefährlichen Situation enden; das Glas zerfällt bei zu großer Einwirkung einfach in kleine, stumpfe Körner. Auch entlang einer stark befahrenen Autobahn sieht man Verglasung hart im Einsatz. Dicke Scheiben mit asymmetrischen Glasscheiben, die die Schallschwingungen effektiv dämpfen, bevor sie das Schlafzimmer erreichen. In Badezimmern sieht man oft die Wahl von Satinglas oder sandgestrahltem Glas. Licht kommt reichlich herein, aber der Einblick ist durch die bearbeitete Oberfläche der Scheibe vollständig verschwunden.
Rahmenbedingungen nach den Landesbauordnungen
Verletzungssicherheit und konstruktive Normen
Ausführung und Gewährleistung nach den Richtlinien
Vom handwerklichen Glas zur industriellen Revolution
Schon die Römer verwendeten Glas in ihren Fassadenöffnungen. Es waren kleine, oft trübe Platten, in Formen gegossen. Handwerklich geblasenes Glas dominierte danach jahrhundertelang den Bau. Der Glasbläser erzeugte einen Zylinder oder eine Kugel, die nach dem Aufschneiden und Ausrollen flach gestrichen wurde. Das Ergebnis waren die charakteristischen Verzerrungen, die wir noch heute in denkmalgeschützten Gebäuden sehen. Kronenglas und Zylinderglas bestimmten die maximalen Abmessungen von Fenstern; größere Scheiben waren schlicht technisch unmöglich oder unbezahlbar.
Der eigentliche Umbruch kam 1952. Alastair Pilkington führte das Floatglasverfahren ein. Flüssiges Glas schwimmt auf einem Bad aus geschmolzenem Zinn und verteilt sich perfekt gleichmäßig. Kein Polieren mehr nötig. Dieses Verfahren ermöglichte die Massenproduktion großer, kristallklarer und flacher Scheiben zu einem Bruchteil der früheren Kosten.
Die energetische Verschiebung
Einfachglas war bis zur Ölkrise von 1973 der Standard. Dann änderte sich alles. Energieeffizienz wurde plötzlich ein zwingender Faktor in der Baubranche. Der Markt verschob sich rasant zu Isolierglas, oft als Thermopane bezeichnet, obwohl dies eigentlich ein Markenname war. Diese frühen Isolierscheiben hatten noch einen luftgefüllten Zwischenraum ohne spezifische Beschichtungen. In den 1980er und 1990er Jahren folgte der Durchbruch der Wärmeschutzverglasung. Man entdeckte, dass eine unsichtbare Metallschicht auf dem Glas die Wärmestrahlung reflektieren konnte. Der Zwischenraum wurde fortan mit Edelgasen wie Argon statt trockener Luft gefüllt. Die Verglasung wandelte sich damit von einem einfachen transparenten Füllmaterial zu einem aktiven Isolator innerhalb der thermischen Hülle. Der heutige Standard der Dreifachverglasung ist das direkte Ergebnis der immer strengeren Anforderungen des GEG und des Bedarfs an energieeffizienten Gebäuden.