Beschreibung
Funktionale Verarbeitung und Methodik
In der Praxis beginnt der Einsatz von Baddings bei der horizontalen oder vertikalen Positionierung innerhalb eines temporären konstruktiven Rahmens. Bei der Unterstützung von Deckenschalungen werden die Balken auf die Köpfe von Schraubstempeln gelegt. Sie bilden hier die Primärträger. Die Ausrichtung erfolgt präzise. Ein Laser oder eine Wasserwaage kontrolliert die Höhe, danach werden die Stempel manuell angezogen, bis der Badding die gewünschte Position einnimmt. Die Fixierung erfolgt durch Einschlagen von Drahtnägeln durch den Stempelkopf in das weiche Nadelholz. Manchmal werden sie doppelt ausgeführt.
Anwendung bei Schalungen
Bei vertikalen Wandschalungen erfahren Baddings eine andere Behandlung. Hier fungieren sie als Gurte, die den Druck des eingebrachten Betons auf die Schalungsplatten und die Zugstäbe verteilen. Die Balken werden horizontal gegen die Schalungselemente geklemmt. Kräfte werden direkt übertragen. Es ist ein Zusammenspiel von Holz und Stahl. Das Zuschneiden erfolgt oft vor Ort auf der Baustelle mit einer Kappsäge oder Handkreissäge, um genau zwischen die Eckprofile zu passen. Die rohe Oberfläche des Baddings ist hierbei von Vorteil; sie bietet Grip für Klemmen und andere Befestigungsmittel.
| Phase | Tätigkeit |
|---|---|
| Montage | Platzierung auf Stempeln oder gegen Schalungswände |
| Ausrichtung | Mit Wasserwaage ausrichten und mit Nägeln oder Klemmen fixieren |
| Belastung | Aufnahme des Gewichts von Beton und Bewehrung |
| Demontage | Lösen der Verbindungen und Entfernen nach dem Aushärten |
Nach der Betonierphase und der erforderlichen Aushärtezeit folgt die Demontage. Dieser Prozess, auch Ausschalen genannt, erfordert Vorsicht, um die Betonkonstruktion nicht zu beschädigen. Die Baddings werden von der Schalung abgeschlagen. Eventuelle Nägel werden entfernt oder umgebogen. Das Holz wird auf Risse oder starke Verformung geprüft. Ist die konstruktive Integrität erhalten, wandern die Balken zum nächsten Betonierabschnitt. Wiederverwendung ist die Norm. Reststücke enden oft als temporäre Schwellen oder Füllklötze.
Varianten und terminologische Nuancen
Der Begriff Badding ist hartnäckig. Manchmal taucht die Schreibweise 'Bading' auf, ein Überbleibsel aus alten Registern, aber im modernen Bau ist das doppelte 'd' der Standard. Das Wort hat seinen Ursprung im englischen batten. Dennoch ist ein Badding im niederländischen Kontext viel kräftiger als das, was man über die Grenze als Batten bezeichnet. Es ist ein Maßname. Kein Funktionsname. Dieser Unterschied ist entscheidend für die Kommunikation auf der Baustelle.
Fichte versus Kiefer
In der Regel sprechen wir von Fichtenholz. Unbehandelt und frisch vom Sägewerk. Dies ist der Standard-Badding für den Betonbau. Es gibt jedoch eine Variante aus Kiefernholz. Diese ist dauerhafter, aber auch schwerer und teurer, wodurch der Einsatz im temporären Hilfsbau selten geworden ist. Für halbpermanente Bauwerke, wie eine temporäre Halle oder einen robusten Zaun, wählt man manchmal den dauerhaften oder imprägnierten Badding. Diese erkennt man am grünlichen oder braunen Schimmer. Er verrottet langsamer im Freien.
Badding versus Pfette
Die Verwechslung mit Pfetten ist groß. Eine Pfette ist ein Balken, der die Dachsparren unterstützt. Ein Badding kann als Pfette fungieren. Aber eine Pfette muss kein Badding sein. Oft sind Pfetten im permanenten Bau gehobelt und von höherer Qualitätsklasse (C24) als der durchschnittliche rohe Badding (C18). Der Badding ist der rohe Diamant. Oder besser: der rohe Kraftprotz.
Neben dem Standardmaß von 65 x 150 mm erscheint der 'schwere Badding' in Leistungsverzeichnissen. Dieser misst oft 65 x 165 mm oder sogar 75 x 175 mm. Im Wasserbau oder bei extrem schweren Schalungen werden diese Varianten eingesetzt, um die Biegespannung zu minimieren. Schleifbalken sind ein anderer spezifischer Typ; dies sind Baddings, die horizontal auf einem Untergrund montiert werden, um als Führung oder temporäre Fahrbahn für Geräte zu dienen. Sie werden buchstäblich aufgebraucht.
Praxissituationen und Bildsprache
Unterstützung von Elementdecken
Betreten Sie eine beliebige Baustelle während des Rohbaus. Schauen Sie nach oben. Die Geschossdecke ruht noch auf einem Wald von Stempeln. Direkt unter den Betonplatten sieht man die Baddings liegen. Sie überspannen den Raum zwischen den Stempelreihen. Meist liegen sie hochkant. Das gibt die größte Steifigkeit. Ein Zimmermann nagelt sie mit ein paar kräftigen Drahtnägeln an den Köpfen der Stempel fest. Kein Schnickschnack. Einfach Stabilität.
Gurte in der Wandschalung
Stellen Sie sich die Schalung einer Parkhauswand vor. Die Stahlelemente stehen kerzengerade. Um den enormen seitlichen Druck des flüssigen Betons aufzunehmen, werden Baddings horizontal gegen die Rückseite geklemmt. Hier dienen sie als Verteilerbalken. Die Stahlzugstäbe verlaufen quer durch das Holz. Ohne diese Balken würden sich die Elemente zwischen den Ankerpunkten unter dem Druck sofort ausbeulen. Das Holz nimmt die Kräfte auf, die der Stahl allein nicht bewältigen kann.
Der Badding ist das Mädchen für alles. Man trifft ihn als temporäre Absturzsicherung entlang einer gefährlichen Treppenöffnung, als Unterlage für einen schweren Seecontainer oder schnell als Laufsteg über einen matschigen Graben.
Robuster Holzlager oder Geräteschuppen
Im privaten Bereich bekommt der Badding oft ein zweites Leben oder eine dauerhafte Rolle. Ein Landschaftsgärtner baut einen einfachen Holzlager hinten im Garten. Kein gehobeltes Douglasienholz, sondern rohe Fichtenbaddings. Das Maß 65 x 150 mm überspannt mühelos drei Meter ohne durchzubiegen. Es sieht ehrlich aus. Funktional. Mit ein paar kräftigen Holzschrauben sitzt der Rahmen wie ein Haus. Es muss nicht schön sein, solange es steht. In solchen Konstruktionen zeigt sich die Stärke des Baddings als günstiges, aber solides Konstruktionsholz.
Normung und Sicherheitsrahmen
Keine Konstruktion ohne strenge Vorgaben. Der Badding ist zwar ein Arbeitstier, entkommt aber nicht der DIN EN 338. Diese Norm klassifiziert Nadelholz nach Festigkeit. Für den durchschnittlichen Badding reicht die Klasse C18. Bei schweren Lasten ist C24 die Norm. Die Musterbauordnung (MBO) erzwingt grundlegende Sicherheit. Auch bei temporären Konstruktionen. Die Berechnung von Hilfsschalungen, bei denen der Badding als Träger fungiert, basiert auf DIN EN 12812. Dies ist der Maßstab für Leistungsanforderungen. Statische Berechnungen nach Eurocode 5 (DIN EN 1995) bilden die Grundlage. Immer.
Die Arbeitsstättenverordnung schaut dem Zimmermann über die Schulter. Besonders wenn die Balken als Absturzsicherung entlang von Deckenrändern oder Treppenöffnungen eingesetzt werden. Der Widerstand gegen seitlichen Druck muss dann nachweisbar sein. Keine Diskussion möglich. In vielen Leistungsverzeichnissen ist zudem die Herkunft des Holzes festgelegt. FSC oder PEFC. Nachhaltigkeit als harte Bedingung. Der Badding muss einfach die mechanischen Eigenschaften erfüllen, die für die spezifische Anwendung vorgeschrieben sind. Festigkeit geht vor Ästhetik. Sicherheit über alles.
Historische Entwicklung
Die Wurzeln des Baddings liegen im internationalen Holzhandel des 19. Jahrhunderts. Der Begriff selbst ist eine Verballhornung des englischen batten, das ursprünglich eine schmalere Holzlatte oder -leiste bezeichnete. Im niederländischen Kontext wuchs die Maßgebung jedoch zu einem robusteren Format. Es war die Zeit der Dampfsägewerke. Diese Mechanisierung ermöglichte es, Nadelholzstämme aus Skandinavien und Deutschland in großem Umfang in feste Querschnitte zu sägen. Der Badding wurde zu einem Standardmaß in den Holzflößen, die über die großen Flüsse ins Land kamen.
Während des Wiederaufbaus nach 1945 veränderte sich die Rolle des Baddings tiefgreifend. Der Aufstieg des großmaßstäblichen Betonbaus verlangte nach enormen Mengen an billigem, aber zuverlässigem Holz für Schalungen. Wo man früher jeden Balken individuell zurechtgehauen hatte, erzwang die Geschwindigkeit des Wohnungsbaus eine Standardisierung. Das Maß 65 x 150 mm wurde zum inoffiziellen Industriestandard. Das Holz musste nicht schön sein. Hauptsache stabil und wiederverwendbar für das nächste Geschoss. So verschob sich der Badding vom allgemeinen Konstruktionsholz zum spezifischen Segment der Hilfskonstruktionen.
Verschiebung des Materials
Traditionell wurde viel Kiefernholz wegen der natürlichen Dauerhaftigkeit verwendet. Dies änderte sich durch Marktdynamik und den Ruf nach Effizienz. Fichtenholz aus Wirtschaftswäldern in Nord- und Mitteleuropa übernahm die Position. Es war leichter. Einfacher auf der Baustelle zu verarbeiten. Und vor allem billiger für den temporären Einsatz. Der Badding ist damit untrennbar mit der Betonbau-Revolution des 20. Jahrhunderts verbunden. Das Holz gab der modernistischen Architektur buchstäblich Form, indem es als Träger für den flüssigen Beton diente.